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21.12.2016, 08:21 Uhr Übersicht | Drucken

Bericht aus der Glocke vom 14.12.2016

Vortrag von Hamed Alhamed

Beelen (wie). Andere junge Menschen in seinem Alter absolvieren ein Auslandssemester, er beginnt ein komplett neues Leben im Kreis Warendorf, genauer in Ennigerloh. Von seinen Erfahrungen hat der 26-jährige Hamed Alhamed aus Deir Ezzor, Syrien, berichtet.

Das Protokoll eines Kraftakts zwischen Erinnern und Verdrängen, Trauma und Aufbruch, Dank und Verzweiflung zeigte sich am Montagabend bei dem Vortrag von Hamed Alhamed in der Gaststätte „Zum Holtbaum“ in Beelen. Bedrückende Einzelheiten über die Flucht aus seiner Heimatstadt und die anschließende Odyssee durch die Türkei, Griechenland und den Balkan kamen zur Sprache. Rund 120 Personen hatten sich auf den Weg gemacht, um die Geschichte des jungen Mannes zu hören.




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Junger Syrer zeichnet ein Land der Gegensätze - Hubert Bäumer, aktiv im Beelener Bouleclub und bei der Senioren-Union, hatte den Abend organisiert. Nachdem er durch die Medien vom Vortrag des Syrers in Ennigerloh gehört hatte, setzte er sich für eine Neuauflage in Beelen ein. Dass Hamed Alhamed Informatiker ist und sich in Grafik-Design auskennt, zeichnete seine Präsentation an diesem Abend aus. Verschiedene Bilder, Filme und Texte waren gekonnt aneinandergefügt und erschütterten, faszinierten, machten traurig und machten Hoffnung.

Syrien vor dem Krieg: ein wunderbares Land, so zeigten es die Bilder des jungen Mannes. Ein Land, in dem die verschiedenen Religion friedlich nebeneinander lebten und sogar untereinander Ehen schlossen. „Es ist gut, dass auch diese Bilder an diesem Abend gezeigt werden. So wird deutlich, wie groß der Verlust für die Menschen ist, die wegen Krieg, Angst und Terror ihr Land verlassen müssen“, war die Meinung einiger Zuhörer.

Angefangen habe der Terror laut Hamed Alhamed mit dem Wunsch nach mehr Freiheit und Demokratie. Dafür seien die Menschen auf die Straße gegangen, um im arabischen Frühling etwas zu verändern. Doch der syrische Machthaber Baschar al-Assad haben auf die Demonstranten schießen lassen. Eine Welle von Mord und Gewalt habe das Land überrollt und habe bis heute kein Ende gefunden. „Scharfschützen schießen auf alles, was sich bewegt, Soldaten trampeln auf gefesselten Menschen herum, Kinder sterben an Giftgas“, erklärte Hamed Alhamed die Bilder, die auf die idyllischen Fotografien des Landes folgten.




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